Elevator Pitch für Coaches
„Und was machst Du eigentlich?“
Eine harmlose Frage. Eigentlich. Doch sobald Du Dein Coaching erklären sollst, wird aus einer kurzen Antwort plötzlich ein kleiner Vortrag. Du erzählst von Deiner Ausbildung, Deinen Methoden und all den Themen, bei denen Du helfen kannst. Dein Gegenüber nickt freundlich. Ob wirklich angekommen ist, was Du anbietest? Schwer zu sagen.
Oder Du machst es kurz: „Ich bin Coach.“ Das stimmt zwar, lässt aber offen, für wen Du da bist und wobei Du unterstützt.
Genau hier hilft Dir ein klarer Elevator Pitch. Er bringt Dein Angebot so auf den Punkt, dass andere es verstehen und an Dein Coaching denken können, wenn sie selbst Unterstützung suchen oder jemanden kennen, für den es passen könnte.
Und diese Klarheit brauchst Du auch auf Deiner Website. Denn dort kannst Du ein ratloses Gesicht nicht sehen und Deine Erklärung nicht spontan nachliefern.
Was ist ein Elevator Pitch?
Ein Elevator Pitch ist eine kurze Vorstellung Deiner Arbeit. Die Idee dahinter: Du könntest jemandem während einer kurzen Aufzugfahrt erklären, was Du machst. Häufig werden dafür ungefähr 30 Sekunden als Orientierung verwendet.
Du brauchst dafür keine Stoppuhr. Entscheidend ist, dass Dein Gegenüber schnell versteht:
- Für wen ist Dein Coaching gedacht?
- Wobei hilfst Du?
- Was kann sich dadurch verändern?
Ein guter Pitch macht neugierig und öffnet ein Gespräch. Er muss weder Dein gesamtes Angebot erklären noch innerhalb einer halben Minute einen Auftrag gewinnen.
Du darfst dabei ganz normal sprechen. So, wie Du auch mit einer potenziellen Kundin sprechen würdest. Wenn Du über einen Satz schon beim Vorlesen stolperst, ist er wahrscheinlich noch zu kompliziert.
Warum es Coaches oft schwerfällt, ihr Angebot kurz zu erklären
Du kennst Deine Arbeit bis ins kleinste Detail. Du weißt, wie unterschiedlich die Anliegen Deiner KundInnen sind und welche Methoden Du je nach Situation einsetzen kannst. Das alles erscheint Dir wichtig. Also möchtest Du möglichst viel davon unterbringen.
Dein Gegenüber braucht zunächst etwas anderes: einen verständlichen Einstieg.
Drei typische Stolperstellen machen diesen Einstieg unnötig schwer.
1. Deine Beschreibung bleibt zu allgemein
„Ich begleite Menschen auf ihrem Weg.“
Das klingt freundlich. Aber auf welchem Weg? Geht es um berufliche Entscheidungen, Beziehungskonflikte oder den Umgang mit Stress?
Je klarer Du die Situation benennst, desto leichter kann jemand erkennen: „Das betrifft mich“ oder „Das könnte meiner Freundin helfen“.
2. Du verwendest Begriffe, die erst erklärt werden müssen
„Ganzheitliches Empowerment für nachhaltige Transformation.“
Vielleicht weißt Du genau, was Du damit meinst. Deine potenziellen KundInnen müssen es aber erst übersetzen.
Beschreibe lieber, was Menschen in ihrem Alltag beschäftigt. Zum Beispiel: Sie sagen ständig Ja, obwohl sie Nein meinen. Sie wollen sich beruflich verändern, wissen aber nicht, in welche Richtung. Oder sie trauen sich kaum, über ihr eigenes Angebot zu sprechen.
Solche Situationen geben Deiner Arbeit einen greifbaren Bezug.
3. Du erklärst Deine Methoden, bevor das Anliegen klar ist
Deine Qualifikationen und Methoden können Vertrauen schaffen. Im ersten Satz müssen sie aber nicht alle vorkommen.
Wer gerade überlegt, ob Dein Coaching helfen könnte, möchte zunächst wissen, ob Du das eigene Problem verstehst. Danach ist Raum dafür, wie Du arbeitest.
Vier Bausteine für Deinen Elevator Pitch als Coach
Die folgenden vier Fragen helfen Dir, Deine Vorstellung zu sortieren. Sie sind eine Orientierung. Dein fertiger Pitch muss nicht aus vier einzelnen Sätzen bestehen und auch nicht immer derselben Reihenfolge folgen.
Was machst Du?
Benenne Deine Arbeit verständlich. „Ich bin Coach für berufliche Neuorientierung“ bietet mehr Orientierung als „Ich bin Expertin für Veränderungsprozesse“.
Du kannst auch direkt mit „Ich unterstütze …“ beginnen, wenn das natürlicher für Dich klingt.
Für wen machst Du das?
Denke an die Menschen und Situationen, für die Dein Angebot besonders gut passt.
„Frauen“ allein sagt wenig über den Bedarf aus. „Frauen, die nach der Elternzeit beruflich neu einsteigen möchten“ beschreibt eine konkrete Lebenssituation.
Damit gibst Du Deinem Gegenüber einen Anknüpfungspunkt. Du musst in dieser kurzen Vorstellung nicht jede Person aufzählen, mit der Du grundsätzlich arbeiten könntest.
Wobei unterstützt Du?
Was beschäftigt Deine KundInnen, bevor sie zu Dir kommen?
Formuliere möglichst in deren Sprache. Statt „Selbstwirksamkeit stärken“ könntest Du beispielsweise sagen: „eigene Entscheidungen treffen, ohne ständig die Zustimmung anderer zu brauchen“.
Die Fachbegriffe dürfen in Deiner Arbeit ihren Platz haben. Für den ersten Kontakt hilft eine Formulierung, die ohne Vorwissen verständlich ist.
Was soll sich durch das Coaching verändern?
Beschreibe ein realistisches Ziel: eine berufliche Richtung finden, Grenzen klarer kommunizieren oder sicherer in schwierige Gespräche gehen.
Du brauchst dafür kein großes Erfolgsversprechen. Gerade im Coaching hängen Ergebnisse auch von der Ausgangssituation und der Mitarbeit Deiner KundInnen ab. Ein nachvollziehbares Ziel ist überzeugender als eine pauschale Garantie.
Elevator-Pitch-Beispiele für Coaches
Die folgenden Beispiele sind erfunden und zeigen Dir, wie unterschiedlich eine klare Vorstellung klingen kann.
Beispiel 1: Berufliche Neuorientierung
Sehr allgemein:
„Ich helfe Frauen, ihr Potenzial zu entfalten.“
Konkreter:
„Ich unterstütze Frauen, die nach der Elternzeit beruflich neu starten möchten. Gemeinsam klären wir, welche Arbeit zu ihrem heutigen Leben passt und wie sie die nächsten Schritte angehen können.“
Beispiel 2: Grenzen setzen
Sehr allgemein:
„Ich begleite Menschen zu mehr Selbstliebe.“
Konkreter:
„Ich unterstütze Frauen, die es ständig allen recht machen und dabei selbst zu kurz kommen. Im Coaching arbeiten wir daran, eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen und Grenzen im Alltag klarer auszusprechen.“
Beispiel 3: Sichtbarkeit im eigenen Business
Sehr allgemein:
„Ich bin Mindset-Coach für Unternehmerinnen.“
Konkreter:
„Ich unterstütze selbstständige Frauen, die sich kaum trauen, über ihr Angebot zu sprechen. Wir arbeiten daran, dass sie ihr Angebot klar vorstellen und selbstbewusster in Kundengespräche gehen können.“
Du merkst: Die konkreteren Varianten erklären eine Situation und eine Richtung. Dadurch entsteht eine Grundlage für Rückfragen.
Was Dein Elevator Pitch mit Deiner Website zu tun hat
Auf einem Netzwerktreffen kann Dein Gegenüber nachfragen. Auf Deiner Website geht das nicht unmittelbar. Deshalb ist dort besonders wichtig, dass Deine BesucherInnen schnell verstehen, ob sie bei Dir richtig sind.
Ein klarer Elevator Pitch hilft Dir, die Kernbotschaft für den Einstieg auf Deiner Startseite zu entwickeln:
Für wen bist Du da, wobei unterstützt Du und welches Ziel steht dahinter?
Du musst Deinen gesprochenen Pitch dafür nicht wortwörtlich als Überschrift übernehmen. Auf der Website kannst Du die Aussage auf eine Headline und einen kurzen ergänzenden Text verteilen.
Beim Beispiel der beruflichen Neuorientierung könnte das so aussehen:
Dein beruflicher Neustart nach der Elternzeit beginnt mit einer klaren Richtung.
„Im Coaching finden wir heraus, welche Arbeit zu Deinen Stärken, Deinen Wünschen und Deinem heutigen Alltag passt – und entwickeln daraus Deine nächsten Schritte.“
Damit haben BesucherInnen eine erste Orientierung. Deine Angebotsseite erklärt anschließend ausführlicher, wie die Zusammenarbeit aussieht.
Wenn Du den Einstieg Deiner Website immer wieder umformulierst und trotzdem unzufrieden bist, lohnt sich deshalb ein Blick auf diese grundlegenden Fragen. Vielleicht brauchst Du zunächst mehr Klarheit darüber, was Deine BesucherInnen verstehen sollen.
So prüfst Du, ob Dein Pitch zu Dir passt
Lies Deinen Entwurf laut vor. Stell Dir dabei ein echtes Gespräch vor.
Prüfe anschließend:
- Verständlichkeit: Kann jemand ohne Coaching-Vorwissen verstehen, wobei Du hilfst?
- Konkretheit: Benennst Du eine erkennbare Situation oder bleiben nur allgemeine Begriffe?
- Natürlichkeit: Würdest Du diese Worte tatsächlich selbst verwenden?
- Glaubwürdigkeit: Beschreibst Du ein Ziel, das zu Deiner Arbeit passt?
- Kürze: Kann etwas weg, ohne dass die Kernaussage verloren geht?
Teste Deinen Pitch auch bei einer Person, die Dein Angebot noch nicht gut kennt. Frag sie: „Was glaubst Du nach dieser Beschreibung, wobei ich unterstütze?“
Diese Antwort ist oft hilfreicher als ein freundliches „Klingt gut“.
Unterstützung beim Formulieren: Mein Elevator-Pitch-Generator
Manchmal weißt Du längst, was Du sagen möchtest. Trotzdem klingt jeder eigene Versuch entweder zu allgemein, zu lang oder irgendwie nach jemand anderem.
Für diesen Schritt habe ich meinen Elevator-Pitch-Generator entwickelt.
Du gibst Informationen zu Deiner Arbeit und Deinem Angebot ein. Der Generator unterstützt Dich dabei, daraus einen verständlichen Pitch zu formulieren. Die Grundlage ist meine fachliche Herangehensweise, KI-gestützt auf Dein Business angewendet.
Der Elevator-Pitch-Generator kostet 17 €.
Nimm die Formulierung anschließend als Ausgangspunkt und prüfe sie mit den Fragen aus diesem Beitrag. Besonders wichtig: Stimmen die Aussagen über Deine Arbeit? Und klingt der Text so, dass Du ihn auch selbst sagen möchtest?
Dein nächster Schritt: Bring Deine Arbeit auf den Punkt
Schreib zunächst auf, für wen Du da bist, wobei Du unterstützt und was sich durch Dein Coaching verändern soll. Formuliere daraus eine kurze Vorstellung und lies sie laut vor.
Du darfst Deinen Pitch nach den ersten Gesprächen weiterentwickeln. Achte darauf, welche Formulierungen verstanden werden und wo Rückfragen entstehen.
Du brauchst einen Satz, mit dem Du Dich wohlfühlst und mit dem andere etwas anfangen können. Genau diese Klarheit hilft Dir im Gespräch – und auf Deiner Website.






