Wenn ein Verein eine neue Website plant, passiert fast immer das Gleiche: Alle haben gute Ideen. „Da müssen unsere ganze Vereinsgeschichte drauf!“ – „Und eine Fotogalerie von jedem Event seit 2009!“ – „Und am besten noch ein Downloadbereich mit allen Formularen, die wir irgendwo haben!“
Und plötzlich ist die Website kein Werkzeug mehr, sondern ein Sammelbecken.
Die Wahrheit ist: Eine Vereinswebsite muss nicht alles können. Sie muss den Alltag leichter machen – für Mitglieder, Eltern, Interessierte, Sponsoren und auch für die Person, die das Ganze pflegt (meist ehrenamtlich).
In diesem Beitrag zeige ich Dir ganz klar:
- Was wirklich drauf muss, damit Eure Website funktioniert
- Welche Inhalte nett sind, aber nicht nötig
- Was oft nur Ballast ist und die Pflege unnötig schwer macht
Und Du bekommst eine Checkliste, mit der Du sofort Ordnung reinbringst.
Was eine Vereinswebsite eigentlich leisten muss
Bevor wir über Seiten und Inhalte sprechen, eine simple Frage:
Was soll jemand auf Eurer Website in 30 Sekunden schaffen?
Typische Ziele sind:
- Training/Termine finden
- Ansprechpartner erreichen
- Mitglied werden / Kontakt aufnehmen
- Infos zum Verein verstehen („Wer seid Ihr, was macht Ihr?“)
- Sponsor werden oder Euch unterstützen
Wenn Eure Website das schnell ermöglicht, ist sie gut. Alles andere ist Bonus.
Die Pflicht-Inhalte: Das muss wirklich drauf
Diese 7 Inhalte sind das Fundament
1) Startseite mit kurzer Orientierung
Keine Roman-Einleitung. Ein klarer Einstieg:
- Wer seid Ihr?
- Was bietet Ihr?
- Wohin klickt man als nächstes?
Mini-Regel: Auf der Startseite sollten 3–5 klare Wege sichtbar sein (z. B. „Training & Termine“, „Mitglied werden“, „Kontakt“).
2) Kontakt (nicht versteckt!)
Kontakt ist nicht nur ein Formular. Gute Kontaktseite enthält:
- Ansprechpartner (Name + Funktion)
- E-Mail und/oder Telefon
- Adresse / Sportplatz / Vereinsheim
- Optional: Kontaktformular (kurz!)
3) Termine / Trainingszeiten / Veranstaltungen
Das ist einer der meistgeklickten Bereiche.
Wichtig: Termine müssen leicht pflegbar sein – sonst werden sie nicht gepflegt.
4) „Über uns“ (aber bitte kompakt)
Ein kurzer Überblick reicht:
- Wofür steht der Verein?
- Was sind Eure Abteilungen/Angebote?
- Wer kann mitmachen?
5) Mitglied werden (oder Mitmachen)
Hier passieren oft die Abbrüche, weil Infos fehlen. Gute Inhalte:
- Für wen ist der Verein?
- Was kostet’s?
- Wie läuft’s ab?
- Wie melde ich mich an?
6) News oder Aktuelles (wenn Ihr’s wirklich nutzt)
News sind super – aber nur, wenn jemand sie auch pflegt.
Wenn Ihr realistisch nur 3 Beiträge im Jahr schafft: völlig okay. Dann ist das eben so.
7) Rechtliches: Impressum & Datenschutz
Ja, muss sein. Und nein: Dafür muss man keine Panik bekommen. Wichtig ist, dass es sauber eingebunden ist und auffindbar.
Sinnvolle Extras: Gut, wenn Ihr sie wirklich nutzt
Diese Inhalte sind „Nice to have“ – aber nur mit Plan
Galerie / Rückblicke
Fotos sind toll für Stimmung und Gemeinschaft. Aber bitte nicht als „Chaos-Galerie“ mit 300 Bildern ohne Kontext.
Besser:
- Pro Event ein Beitrag („Rückblick Sommerfest 2026“)
- 10–25 Bilder, die wirklich was erzählen
- Kurztext dazu
So ist das für BesucherInnen schön – und für Google auch deutlich verständlicher.
Sponsoren-Seite
Eine Sponsoren-Seite wirkt professionell und hilft bei neuen Anfragen.
Wichtig: Logos ordentlich, kurze Erklärung, Kontaktmöglichkeit.
Downloads
Downloads machen Sinn bei Formularen, Satzungen oder Anmeldungen.
Aber: Lieber wenige, aktuelle Dateien als 27 PDFs, die niemand mehr prüft.
Der Ballast: Das kannst Du fast immer weglassen
Diese Dinge machen Websites schwer – ohne echten Nutzen
1) Ewige Chroniken und Vereinsgeschichte ab 1897
Natürlich ist Geschichte wichtig. Aber für die meisten BesucherInnen ist das nicht der Grund, warum sie auf der Website sind.
Wenn Ihr’s wollt: Eine kurze Version reicht. Der Rest kann ins Vereinsheim – oder in ein Archiv-Dokument.
2) „Wir müssten mal“ Seiten
Seiten, die nie fertig werden („Jugend“, „Turniere“, „Erfolge“, „Presse“ …) wirken schnell wie Baustelle.
Dann lieber weglassen, bis Ihr wirklich Inhalte habt.
3) Menüs mit 25 Punkten
Ein überladenes Menü ist der schnellste Weg, um Menschen zu verlieren.
Faustregel:
Maximal 6–7 Menüpunkte im Hauptmenü. Alles andere gehört in Unterseiten oder den Footer.
4) Ein Kalender, den niemand pflegt
Wenn Termine nicht aktuell sind, schadet das mehr, als dass es hilft. Dann lieber:
- ein einfacher Trainingszeiten-Block
- oder ein Kalender, der pflegeleicht ist (und wirklich genutzt wird)
Praxisbezug: Ein Beispiel aus dem Vereinsalltag
Beispiel: „Wir wollen alles draufpacken – aber niemand hat Zeit“
Stell Dir vor, ein Verein im Odenwaldkreis plant eine neue Website. Im ersten Treffen kommen 18 Ideen – von „Hall of Fame“ bis „Pressebereich“. Klingt super.
Dann die entscheidende Frage: Wer pflegt das später?
Am Ende macht der Verein Folgendes (und plötzlich wird’s leicht):
- Startseite mit klaren Wegen
- Termine als Kalender
- Mitglied werden + Kontakt
- News für Spielberichte & Vereinsinfos
- Rückblicke als einzelne Beiträge mit Galerie
Und alles, was nach „nice, aber nicht nötig“ klingt, kommt auf eine Liste für später. Ergebnis:
Die Website ist online, aktuell und wirkt sofort professionell – ohne dass jemand am Ehrenamt kaputtgeht.
Checkliste: Inhalte für Eure Vereinswebsite (ohne Überforderung)
Quick-Check: Was braucht Ihr wirklich?
Pflicht:
- Startseite (kurz & klar)
- Kontaktseite mit Ansprechpartnern
- Termine/Trainingszeiten
- Über uns (kompakt)
- Mitglied werden / Mitmachen
- Impressum + Datenschutz
Optional (wenn Ihr’s pflegt):
- News/Aktuelles
- Rückblicke mit Fotos
- Sponsoren-Seite
- Downloads (wenige, aktuelle Dateien)
Weglassen (erst mal):
- Endlose Chroniken
- 25 Menüpunkte
- Seiten ohne Inhalte („Baustellen“)
- Systeme, die niemand bedienen will
Wenn Du gerade an Eurer Vereinswebsite sitzt und Dich fragst, was Ihr wirklich braucht: Du musst das nicht alleine sortieren.
Ich helfe Dir, die Inhalte so zu strukturieren, dass Eure Website regional. klar. pflegbar. wird – und dass sie im Alltag funktioniert (nicht nur auf dem Papier).
➡️ Wenn Du möchtest, stell eine Anfrage über meine Seite „Projekt anfragen“ – und wir schauen gemeinsam, was für Deinen Verein sinnvoll ist und was Ihr getrost weglassen könnt.




